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VATIKAN: Neues Licht enthüllt neue Kunstwerke im Petersdom

28 Januar 2019

Die Basilika St. Peter schreibt Lichtgeschichte
und setzt  neue Kunstwerke frei

von Sven Horsmann

Das neue Lichtkonzept vom Osram Team aus Wipperfürth und Regensburg setzt nun unbekannte Malereien an den Deckenkuppeln frei. Nicht nur dort. Alle Zwischentrackte werden  hell bis zum Marmorboden erleuchtet. Die Dimensionen wirken für den Betrachter am zentralen Altar mit Sicht zum Eingang wesentlich grösser und erhabener als zuvor.

Fussballstadion oder Mittel zum Zweck?

Mehr Licht und das ist kein Geheimnis gewesen, brauchte die Basilika lange schon. Der Ansatz zieht sich durch das ganze Lichtkonzept von Osram und dem Techniker Team des Vatikan.

Was etwas auffällt, ist bei voller Beleuchtung eine fussballstadionartige Beleuchtung, die nicht ganz blendfrei ist. Das geschieht aber nur, wenn man die Augen direkt auf die Lichtquelle obern richtet und im bestimmten Winkel steht. Die Stellen der Lichtanbringung an den unteren Rändern der Kuppeln wurden weiter genutzt. Diese konnten aufgrund der grösseren Lichtausbeute der LEDs verkleinert werden. Die Lichtfunktion, die Ornamente in Malereien und Statuen dimensionsreicher und das Lesen in Sitzbänken klarer zu gestalten, ist komplett aufgegangen.  Lichtszenen zu den verschiedenen Kirchenfesten im Laufe des Jahres können mit einem speziellen Osram Lichtmanagement mit dem Tablett Computer einfachst eingestellt werden.

Beeindruckend ist es, am Altar zu stehen und nur die laufenden Dachkuppeln beleuchtet zu sehen. Die erscheinen überdimensionell mit feinsten Abstufungen ohne Schattenwürfe in über 100 Metern Höhe. Soviel angenehme natürliche Brillanz ergibt sich selten und nur nach ausgeklügelten Stellungen der Lichtquellen. Das ist hier formedable gelungen. Auch die Lichtproportionen wurden in der gesamten Basilika bestens festgelegt.

Hinzu kommt ein hoher CRI Wert von über 95. Selbst rotes Licht hat einen Wert von über CRI 92 nach eigenen Messungen gehabt. Offiziell soll es sogar CRI 96 haben. Wogegen der Blauanteil auf CRI 90 zurückgefahren wurde. Das Farbspektrum ist State of the Art und sehr gut abgestimmt worden mit den örtlichen Gegebenheiten.

„Sowohl Kunstliebhabern als auch Pilgern, die zu diesem Zentrum des katholischen Glaubens kommen, wurde mit diesem Projekt ein großer Dienst erwiesen. Wir freuen uns sehr darüber, dass dieser wichtige Ort dank des neuen Beleuchtungskonzepts in einem ganz besonderen Licht erstrahlt“, so Kardinal Giuseppe Bertello, Präsident des Governatorats des Staates Vatikanstadt.

Erhabenheit und fliessende Gedanken

Alles kumuliert in der Basilika Domkuppel. Auch die erscheint nun so klar und eindeutig wie nie zuvor. Durch das ausgeprägte Farbspektrum der verwendeten Tageslicht-LEDs werden jetzt die Goldanteile in den Kunstwerken perfekt sichtbar. Vorher waren es die blauen Anteile, die mehr zur Geltung kamen durch andere Lichtquellen wie z.B. FL-Leuchten und Halogen. Das Licht fliesst mit der neuen Strahlkraft der LEDs gleichmässig in alle Bereiche und deckt praktisch alle vorher dunkel gehaltenen Orte im Dom auf. Angenehm sind die Eindrücke ohne Reflexionen von Wänden oder glitzerndem Marmorboden. Die Transparenz von Licht ist allgegenwärtig und sehr angenehm.

Fazit: Der übergeordnete Ansatz des Lichtkonzeptes war es, eine Homogenisierung des Lichts in die Basilika zu tragen. Das ist gelungen. Die Kunstwerke wirken sonderbar nahe, bezogen auf die Dimensionen von bis zu 100 Metern. Diese neue Licht-Transparenz ist einzigartig und trägt zu einer neuen historischen Betrachtung des Doms bei. Nach ein paar Minuten der Stille wird Raum und Licht eine Enheit, die nicht mehr wegzudenken ist.

HIntergrund:
Mit einer überbauten Fläche von 20.139 m² und einem Fassungsvermögen von 20.000 Menschen ist der Petersdom die grösste der päpstlichen Basiliken und eine der grössten und bedeutendsten Kirchen der Welt. Diese wurde bisher mit Halogenleuchten eher punktförmig beleuchtet und viele Flächen wurden ausgespart. Die LED-Technik von Osram hat sich bereits für die Beleuchtung der Sixtinischen Kapelle, des Petersplatzes und auch der Stanzen des Raffael bewährt. Ab sofort wird auch die einzigartige Schönheit des Petersdoms die Besucher mehr denn je in Staunen versetzen. Die Planungs- und Installationsarbeiten für die neue LED-Beleuchtung dauerten rund eineinhalb Jahre

„Wir sind sehr stolz auf dieses lichttechnische Meisterwerk im Petersdom. Das Projekt zeigt, dass sich mit der richtigen Expertise Historie und Hightech bestens vereinbaren lassen. Über 500 Jahre Geschichte erstrahlen nun in digital gesteuertem LED-Licht“, so Olaf Berlien, CEO der OSRAM Licht AG.

Feierliche Einweihung im Vatikan durch die Kardinäle und Olaf Berlien, CEO der OSRAM Licht AG

Technik:
Es mussten angepasste Lichtproportionen festgelegt werden für Marmorteile, Flächen, Statuen, Kunstwerke, Malereien, Böden, Rundungen mit ausserordentlichen Dimensionen. Die Beleuchtung wurde vorab digital am Computer simuliert und konnte danach ohne aufwendige Testinstallationen fast 1:1 im Petersdom umgesetzt werden. 

„Im Rahmen dieses Projektes haben die Technischen Dienste des Governatorats und Osram in einem Team zusammengearbeitet, das aufgrund seiner Erfahrungen ein einzigartiges Projekt enormen Umfangs durchführen konnte“, meinte Don Rafael Garcia De La Serrana Villalobos, Direktor Technische Leitung der Vatikanstadt.

Das Beleuchtungskonzept umfasst 780 speziell in Wipperfürth entwickelte und gefertigte LED-Leuchten, bestückt mit 100.000 Leuchtdioden aus Regensburg sowie eine Osram- Lichtsteuerung. Energieersparnis um bis zu 90 Prozent, bei einer Reduktion der Leuchtenzahl um rund 80 Prozent. Einige Kuppeln erstrahlen nun 10mal heller als zuvor. Die höchste Leuchte wurde auf einer Höhe von rund 110 Metern angebracht, die niedrigste auf einer Höhe von rund 12 Metern. Im Petersdom ist das größte Mosaik der Welt, mit ca. 10.000 Quadratmetern Fläche, zu finden. Dieses erstrahlt nun in bisher nicht gesehener Schönheit. Verschiedene Lichtszenarien, von Basis-Beleuchtung bis Gala-Beleuchtung, sind je nach Anlass digital steuerbar. Durch die neu geschaffene mögliche Helligkeit werden Fernsehübertragungen aus dem Petersdom in einer Qualität von 4K VHD und 8K UHD ohne Flackern oder Vorspannungsrauschen möglich. 

„Die neue Beleuchtung des Petersdoms entspricht in vollem Umfang den Anforderungen für Verehrung, Gebet und Messfeiern, insbesondere dann, wenn der Heilige Vater anwesend ist. Mit diesem ‚intelligenten‘ Beleuchtungskonzept haben wir außerdem ein weiteres Ziel erreicht: die Möglichkeit, die architektonische Schönheit des Petersdoms zu bewundern“, sagte Kardinal Angelo Comastri, Erzpriester der vatikanischen Papstbasilika St. Peter.

 

FOTOS:

Kuppel im Petersdom mit alter und neuer Beleuchtung. Quelle: ARCHIVIO FOTOGRAFICO FABBRICA DI SAN PIETRO

 

Petersdom Eingang mit wartenden Journalisten: Feierliche Eröffnung am 25. Januar 2019

Text

 

 

Aktuelles CRI Farbspektrum der LEDs im Petersdom. 

 

Petersdom: Marsch auf den Hauptaltar zur feierlichen Eröffnung. Foto: luxlumina Verlag