Login

Philips 'neue' Lichtfirma

30 Oktober 2014

Eindhoven.  Der kleine finanzielle Einbruch des Lampen-Verkaufsgeschäft in Europa, Asien zeigt, dass etwa 10 % pro Jahr weniger verkauft wird. Für Philips ist das ein Alarmsignal. LED hat sich somit viel schneller am Markt durchgesetzt, als erwartet.

René van Schooten, CEO für Light Sources and Electronics bei Philips Lighting hatte Ende September in London vor Shareholders erklärt, dass  der Verkauf von konventionellen Lampen viel schneller von statten geht als angenommen. Philips, so ein zweites grosses internationales Presse-Meeting in Eindhoven, ist vorbereitet auf diese Entwicklung und möchte seine komplette Lichtsparte neu am Markt positionieren. Was fällt weg? Was kommt neues?

Konsequenzen
Als Konsequenz daraus wird Philips sein Unternehmen 2015 teilen in eine Lichtfirma (Lighting Solutions) und einen Gesundheitstechnik-bereich (HealthTech). Der Umbau hat bereits begonnen. Es ist jedoch nicht klar, ob eventuell Arbeitsplätze verloren gehen könnten, ob Eindhoven als Stammsitz von Philips für die Lichtproduktion aufgegeben oder neu justiert wird, ob das Europa-Geschäft neu aufgeteilt wird. Insbesondere der Bereich «Lumileds» (LED Komponenten) und ‹automotive lighting› werden definitiv zusammengelegt.

Analyse
Der vor der Aufspaltung stehende Elektronikkonzern ist in die roten Zahlen gerutscht. Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von 103 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 281 Millionen Euro Gewinn. Die neue Lichtstrategie von Philips wird das Besitzerverhältnis etwas durcheinander-wirbeln. Philips braucht die Nähe zum Kapitalmarkt und ein IPO der neuen ‹Lichtfima› von Philips ist sicherlich nicht weit weg. Philips wird sich letztendlich auch aus der Produktion von LEDs weiter zurückziehen und auf Partnerschaften bauen, die sich konzentrierter mit diesem Geschäft befassen. Auch Softwarefirmen werden zunehmend interessant für Philips. Wenn das Licht fast nur noch über APPs, über das Smartphone oder das Computer-Tablett gesteuert werden, sind neue Softwareanstrengungen nötig, die Philips zur Zeit nicht besitzt und auch zukauft. Erinnern wir uns an die Kombination mit Apple & Hue. Das war für die Branche ein grosses Marktausrufezeichen 2012. Die dahinter liegenden Vorstellungen sind nun Realität geworden und weit aus grösser zu beurteilen als eine blosse «Lichtproduktespielerei».

Ob sich Philips fit macht, um von grossen Firmen wie Apple oder Google aufgekauft zu werden, ist reine Spekulation. Für 2015 soll die neue Strategie 100 Millionen € einsparen, für 2016 wird eine Einsparung von gleich 200 Millionen € veranschlagt. Das sind Erwartungen, die  erstmal erfüllt werden müssen. Eric Rondolat ist seit dem 1. April 2012 neuer Philips Lighting CEO. Er wird es richten und umsetzen müssen. 50 Millionen € hat er zur Verfügung, um den Umbau voranzutreiben.