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Brutalissimo in Beton!

06 Februar 2015

DICKHÄUTER

In dieser Überschrift steckt alles drin. Anders kann man es nicht beschreiben unsere Oh-Wunderbauten aus Beton. Sie zieren seit Neustem wieder die Ecken und Kanten in unseren Städten. Sie spielen Lückenbüsser und verschwinden nicht mehr aus den Augen, aus dem Kopf, weil sie so prompt im Geschehen stehen. Sie sind keine Augenweiden, weil ein grosses Fenster plötzlich unsymetrisch auftaucht oder ein Refugium der immer gleichen Fassaden erscheint. Sie sind Bunker der Neuzeit. Verheimlicher ihrer Inhalte.

Was früher für den Abriss bestimmt war, ist heute en vogue. Komisch, möchte man meinen. Stephan Becker beschreibt alles noch drastischer in seinem kleinen Essay, welches im Rahmen eines Newsletters von der Baunetzwoche erschienen ist  "Über die Rückkehr einer Haltung". Download stejt für Sie am Ende dieses Textes bereit.

Sind es wirklich die Star-Architekten mit ihren Allüren, die in Beton überall bauen dürfen? Anscheinend ist es ein Gemisch aus Ehrfurcht, Unterwerfung vor dem Design, welches der Bauherr annehmen kann/muss oder nicht. Dabei gibt es soviel gute Architekten, die neue Perspektiven, moderne Herangehensweisen an den Tag legen würden und könnten, auch mit dezidiertem Betoneinsatz. Es scheint so, als ob sie keine Chance haben.

 

Zurück in die Beton-Vergangenheit?

Im Artikel von Stephan Becker wird unter anderem das Toni-Areal zitiert, gebaut von den Schweizer EM2N Architekten, mit alter Reminszenz an die alte Grossmolkerei, die dort einmal genauso stand. Is es eine visuelle Neuheit? - Nein, nur eine neue Fassade möchte man sagen. Der Bau schliesst die Baureihe aus den 60ger Jahren an. Insbesondere Deutsche Hochschulen im Ruhrgebiet (Bochum, Wuppertal, Hagen) und in Ost-Westfalen-Lippe (Bielefeld, Osnabrück, Paderborn) sind so erbaut worden, um nur einige zu nennen.  Interessanterweise wachsen die Unis in Bochum und Bielefeld fleissig weiter. Dort sind die neuen An-Gebäude aber offene und freundliche  Arbeits-Glastempel geworden. Sie haben aber mit ihren vormaligen Dickhäutern rein gar nichts mehr zu tun. Ein Umdenken fand also statt.

Abgesehen von Beton, was als brutales Gestaltungsmittel eingesetzt werden kann, möchten wir noch auf einen Film zum Thema Stadtbebauung aufmerksam machen. Eine Animation von School of live, zeigt in nur 6 Schritten den Weg zur perfekten Stadt. - Die Welt kann so einfach sein. ;-). Nicht alle Schritte sind ironisch gemeint, wie wir finden.